Weinberg Koppel

Die Koppel - Rheinbreitbachs Haus- und Weinberg (136m) mit Koppelkreuz



Blick auf Koppel vom alten Steinweg (heute Hauptstraße) aus
Foto: Dankward Heinrich


1947 Die Koppel
(Foto: Karl Bornheim)


Rheinbreitbach mit Villa Coerper 1911 



In den 1930er Jahren wirbt Rheinbreitbach mit der Koppel für sich noch als Weindorf. Im Wald kann im kühlen Wasser des Breitbachs im Waldschwimmbad gebadet werden.


1930er Jahre Weinbestandene Koppel, Untere Burg, Kirche, Waldschwimmbad, Obere Burg
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach



Das idyllische Weindorf Rheinbreitbach
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach

Der Wein wurde der Sonne zugewandt an den Süd- und Westhängen angebaut. 



Ramholzkultur

Im schattigen Norden der Koppel (Koppelsheck) wurde Ramholz (lat. rames = Zweige/Äste) kultiviert, aus dem Pfähle für die Weinstöcke hergestellt wurden. Die Weinbergspfähle mussten früher etwa alle drei Jahre ausgetauscht werden, da sie noch nicht mit Mitteln gegen Holzfäule behandelt waren. Deswegen wurden auf vielen freien Flächen (Hain-)Buchen angepflanzt. Die Stämme wurden kurzgeschnitten. Aus diesen wuchsen mehrere Triebe senkrecht nach oben, die dann das Pfahlholz bildeten.
Oberhalb der Sitzbank am Dick-und-Schmal-Platz wies früher auf die Rahmholzkultur ein vor einigen Jahren abhanden gekommenes Schild hin. 




Hier stand früher das Schild zur Ramholzkultur
Foto: Dankward Heinrich



Koppelkreuz


1930er Jahre Blick auf die Weinkoppel
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach


Auf dem höchsten Punkt der Koppel steht weinumrankt das weithin sichtbare Koppelkreuz, dass über die Wingerts wacht. 1844 wurde es von den Rheinbreitbacher Junggesellen auf der Koppel als ein schweres aus Kelterbäumen von alten Wagekeltern hergestelltes über 6m hohes  Kreuz errichtet. 

Wagekelter ist der damals im Siebengebirge und Ahr gebräuchliche Name für die älteste Kelterart (Quelle: Rheinisches Wörterbuch). Dabei dürfte es sich um die aus dem antiken Griechenland stammenden wuchtigen Baumkeltern aus Eichenbalken gehandelt haben, die in unserer Gegend bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch waren. Ein aus Scheuren stammendes Orginalexemplar kann heute noch im Koblenzer Landesmuseum auf Ehrenbreitstein  besichtigt werden.


Baumkelter aus Scheuren, jetzt im Landesmuseum Koblenz auf Ehrenbreitstein
(Quelle: Prößler: Das Weinbaugebiet Mittelrhein in Geschichte und Gegenwart, 1979) 

Als das Koppelkreuz im Jahre 1890 zum größten Teil verbrennt, sammelt der Junggesellenverein die Mittel für ein neues diesmal eisernes Kreuz, das am 5. Juni 1891 errichtet und am Tage darauf kirchlich eingeweiht wird. Es ist 10m hoch, die Balkenweite beträgt 8m und sein Gewicht 1350kg. 
In den Jahren 1925 und 1953 wird das Kreuz erneut ersetzt. Eine Steintafel in der Außenmauer, die das Kreuz umgibt, weist auf die Erneuerungsjahre hin.
(Quelle: P. Ebach, Heimat-Blatt und Geschichtschronik für die ehemals Wied'schen und Nassauischen Lande, für Westerwald, Eifel und Mittelrhein (Beilage zur Neuwieder Zeitung), 2. Jg. 1923, Nr. 7, S. 31) 


 
1938 Das Koppelkreuz weinumrankt
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach


Der Blick von der Koppel durch die Weinstöcke offenbart den Ortskern von Rheinbreitbach mit Unterer Burg und Kirche.




1930er Jahre Blick von der Weinkoppel auf Untere Burg und Kirche
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach


1939 Blick von der Koppel, ca. 1939
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach


Blick auf Untere Burg, Gesindehaus und Kirche.
Rechts im Bild führt der auch heute noch vorhandene Weg von der Kirche zum Koppelkreuz.



1939 Blick von der Koppel auf Untere Burg und Kirche
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach


Der verdrieschte Weg zwischen Kirche und Koppelkreuz Ende der 2010er Jahre
Foto: Dankward Heinrich

Blick vom Hohn zur Koppel - im Vordergrund nun Obstbäume statt Weinstöcke
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach 


1950 ist der Niedergang des Weinbaus unübersehbar. Die Ramhölzer stehen zwar noch, aber die Koppel ist bereits verbuscht. Die Untere Burg ist eingestürzt und nur noch ein Schatten ihrer selbst.



1950 Untere Burg und Weinberg Koppel sind verfallen
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach


2012 statt Wein- und Obstgärten um den Ortskern herum Büsche und Wald, die großen Bäume an  der Oberen Burg und auf dem alten Friedhof sind gefällt, statt des Friedhofs befindet sich an der Pfarrkirche ein monströser Anbau 
Foto: Dankward Heinrich